Lexikon

Arthrographie

Röntgenkontrastdarstellung. Durch Einbringen eines Kontrastmittel in eine Gelenkhöhle wird der Gelenkraum im Röntgenbild dargestellt, sog. Arthrogramm. Dadurch lassen sich auch Gelenkstrukturen, die sonst im herkömmlichen Röntgenbild nicht zu sehen sind, erkennen, z.B. der Meniscus im Kniegelenk, kleine freie Gelenkkörper, Hohlräume (Cysten) usw. Der geübte Röntgenologe hat dadurch Feinheiten darstellen können, die eine genaue Diagnose erlaubte. Schade, daß jetzt Methoden, wie die Computertomographie oder Magnetresonanz-Tomographie, die A. als darstellende Untersuchungsmethode abgelöst haben. Es muß aber zugegeben werden, daß diese neuen Untersuchungstechniken zwar sehr teuer, aber genauer und ungefährlich sind.  

Arthrogryposis multiplex congenita

seltene angeborene Gelenkversteifung.  

Arthrolyse

operative Mobilisierung eines fibrös ( bindegewebig) versteiften, innerlich vernarbten Gelenkes. Bei der Operation wird das Narbengewebe entfernt, evtl. kombiniert mit Gelenkkapsel, Muskel Sehneneingriffen; eine häufig schwierige, zeitlich aufwendige Op.  

Antistreptolysin, ASL

Antikörper, der das Streptolysin der ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppen A, C u. G neutralisiert. Einheit (»ASE«) ist die A.Menge, die eine Standard Streptolysin Einheit neutralisiert. Der normale A.Titer beträgt 200-250 E.; er ist erhöht bei/nach Streptokokkeninfekten, z.B. bei akutem rheumatischen Fieber.  

Antirheumatica, Antirheumatika

Mittel zur Behandlung rheumatischer Krankheiten; → Basistherapeutika, Symptomatika. Sie werden auch als sog. Nicht-Steroidale-Anti-Rheumatika bezeichnet, abgekürzt: NSAR. Das sind Medikamente gegen Rheuma, die kein Cortison = keine Steroide enthalten, im Gegensatz zu früheren, jetzt nicht mehr erlaubten Medikamenten mit „verstecktem“ Cortisoninhalt. Die NSAR sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente. Sie behandeln nur die Symptome (Entzündung und Schmerzen), können die eigentliche Krankheit nur wenig beeinflussen. Die Behandlung rheumatischer Krankheiten erfolgt aus diesem Grunde mit sog. → Basistherapeutika; das sind Medikamente, die an der „Basis“ der Krankheit angreifen sollen und somit das Fortschreiten verhindern.

Antinukleäre Faktoren

sog. Kernfaktoren, Antikörper gegen Zellkerne (antinukleäre Antikörper), deren Nachweis eine besondere Bedeutung in der Diagnose von bestimmten rheumatischen Krankheiten haben. Wenn z.B. die ANA = antinukleären Antikörper nachgewiesen und sehr hoch sind, dann spricht dieser Nachweis für das Vorliegen eines sog. Lupus erythematodes. Die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung, insbesondere einer Rheuma-Sonderform ist häufig schwierig und bedarf meist einer umfangreichen Diagnostik. Auch wenn viele Befunde vorliegen, ist ihre Deutung von der Erfahrung des Arztes abhängig. „Nur Laborbefunde, insbesondere der positive Nachweis von Rheumafaktoren können allein noch keine Rheuma Diagnose ergeben.“ Hab ich Rheuma, weil bei mir Rheumafaktoren im Blut nachgewiesen wurden?  

Antikörper

Der Körper bildet gegen Gifte (Toxine, Antigene), - das sind Fremdkörper, die in unserem Organismus nichts zu suchen haben - , Gegengifte sog. Antikörper, welche diese Gifte unschädlich machen, z.B. gegen Grippeviren. Diese Antigen/Antikörper Reaktion ist eine Abwehrreaktion des Organismus, ein Kampf gegen den Eindringling. Dabei wird Hitze  frei, immer wenn 2 „Kampfhähne“ aufeinanderstoßen. Aus dem Chemieunterricht kennen wir das: 2 Körper stoßen aufeinander und reagieren mehr oder weniger laut: Wasserstoff und Sauerstoff reagieren mit einem lauten Knall. Dabei wird Wärme erzeugt, im menschlichen Körper sprechen wir von Fieber. Wer bleibt Sieger? –bei Rheuma?  

Antigene

Stoffe , die das Immunsystem des Menschen als körperfremd und deswegen als schädlich erkennen. Dagegen bildet der Körper spezifische Antikörper, welche die Antigene unschädlich machen und ausmerzen. Durch den Nachweis bestimmter Antikörper im Blut des Menschen können wir Rückschlüsse auf die Diagnose von Krankheiten ziehen.  

Antibiotika

Medikamente, die Bakterien in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten. Gibt es wirksame A. gegen Rheuma?  

Ankylose

Versteifung eines Gelenkes, z.B. durch entzündliche Krankheiten; s.auch Arthrodese, operative Gelenkversteifung, eine Operationsmethode, die das durch Rheuma zerstörte Gelenk wieder stabil und belastbar macht. „Endlich kann ich mein Enkelkind wieder auf den Arm nehmen“, berichtete eine ältere Patientin, deren Handgelenk wir versteift hatten. Sie lies sich auch das andere Handgelenk noch versteifen. Dadurch wurden beide Hände wieder stabil, hatten bessere Kraft und erhielten insgesamt eine bessere Funktion.