Engpaßsyndrom Engpaß-Syndrom

Engpaßsyndrom, Engpaß(ss)-Syndrom

Schmerzen werden unter "normalen Umständen" über Schmerzfühler in der Haut wahrgenommen. Diese Schmerzfühler (Rezeptoren) stehen über Nerven mit dem Rückenmark in Verbindung. Sie leiten die Schmerzreize zum Rückenmark. Vom Rückenmark werden die Schmerzreize dann zum Gehirn weitergeleitet. Dort findet die bewußte Schmerzwahrnehmung statt.

Wenn einzelne Nerven an Armen oder Beinen verletzt werden oder ein Druck auf sie ausgeübt wird, dann reagiert der Körper so, als würden alle zu diesem Nerven gehörigen Schmerzfühler Schmerzen wahrnehmen. Der Schmerz wird häufig nicht an der Stelle der Verletzung wahrgenommen, sondern da wo die Schmerzfühler lokalisiert sind, nämlich in der Haut im sogenannten "Versorgungsgebiet" des Nerven.

Nerven müssen auf ihrem Weg von der Haut zum Rückenmark enge Stellen passieren, in welchen sie von Knochen und derbem Gewebe umgeben sind und durch sie geschützt werden.

Wenn das den Nerven umgebende Gewebe in einem solchen Engpaß anschwillt (z.B. durch eine Entzündung oder mechanische Reizung), kann es den Nerven bedrängen und ihn zusammendrücken. Dann treten Schmerzen auf, manchmal auch nur ein Kribbeln oder ein taubes Gefühl in dem Versorgungsgebiet des Nerven, d.h. nicht immer an der Stelle der Ursache, manchmal weit entfernt. Man spricht dann von einem Engpaßsyndrom. So kann z.B. der Großzeh schmerzen, und die Ursache ist ein Bandscheibenvorfall in der unteren Wirbelsäule - L 4/5.

Das bekannteste und häufigste Engpaßsyndrom ist das sog. → Carpaltunnelsyndrom, das durch Druckschädigung des "Medianus-Nerven" in einem engen Kanal an der Beugeseite des Handgelenkes ausgelöst wird. Häufig kann diese Störung nur durch eine Operation beseitigt werden, indem der Nerv aus seiner Engstelle befreit wird, kein großer Eingriff, in den allermeisten Fällen erfolgt er ambulant. - Angst ist kein Wimpernschlag notwendig.

Siehe → Karpaltunnelsyndrom, Carpaltunnelsyndrom


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