Cortison / Wundheilung

Frage:

Ich nehme regelmäßig Cortison ein und muß mich jetzt operieren lassen. Muß ich Angst haben, daß die Wunde nicht heilt?

Antwort:

Wenn Sie regelmäßig Corticoide (Cortison) zu sich nehmen müssen, kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Es kommt dabei aber auf 3 Dinge an: 1. Wie hoch ist die Dosis und 2. wie lange nehmen Sie diese schon ein? Im allgemeinen ist eine übliche niedrige Dosis von 5 mg Prednisolon und weniger auch über Jahre hinaus harmlos, und Sie können sich mit dieser Dosis bedenkenlos operieren lassen.

Wenn Sie mehr als 5 mg über mehrere Jahre einnehmen mußten, z.B. bei der Polymyalgia rheumatica kann es mal notwendig sein oder anderen rheumatischen Systemerkrankungen (Kollagenosen) und bekamen darüber hinaus des öfteren einen Cortisonstoß (siehe unter Stoß-Therapie und Rheumaschub!),

dann kann es zur sogenannten Cortison-Haut kommen, die manchmal dünn und zerreißlich wie „Pergament“ ist. Die Operation an Händen und Unterschenkel mit anschließender Naht führt dann manchmal zu großen Schwierigkeiten, auch zu Blutergüssen und verzögerter Heilung.

3. Operationsort:

Bei einer Operation im Bauchraum ist wegen der Infektionsgefahr durch die Haut größte Vorsicht geboten.

Also nur bei hohen Glucocorticoiddosen über längere Zeit kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Bei den heutzutage üblicherweise empfohlenen sehr niedrigen Langzeitdosierungen treten diese jedoch nicht vermehrt – im Vergleich zu Patienten ohne Corticoiden – auf.


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